Internationales Erbrecht

Welche nationale Rechtsordnung in Sachen der Nachlassbestimmung und in grenzüberschreitenden Erbfällen angewandt wird, richtet sich nach unterschiedlichen Kriterien. Da es kein einheitliches internationales Erbrecht gibt, muss sorgfältig überprüft werden, welches Recht im Erbfall greift. Dies kann nämlich Auswirkungen auf den Pflichtteilsanspruch, die gesetzliche oder gewillkürte Erbfolge sowie die Form von Testamenten haben. Auch nationale Steuervorschriften sind dabei zu berücksichtigen.

Sind mehrere Rechtsordnungen betroffen, greift das sogenannte Kollisionsrecht. Anknüpfungspunkte für die Bestimmung des anwendbaren Rechts sind dann Kriterien wie die Staatsangehörigkeit, der letzte gewöhnliche Aufenthalt, der Wohnsitz oder Ort der Vermögensgegenstände. Die Europäische Union hat zur Vereinfachung nationale Vorschriften bestimmt, nach denen der letzte gewöhnliche Aufenthalt des Erblassers zum Anknüpfungspunkt wird. Bei einem möglichen Erbfall mit Auslandsbezug sollte die Erblasserin oder der Erblasser alle Faktoren berücksichtigen, sofern sie ihren Nachlass vernünftig regeln möchten.